Bachelor WIN: Qualifikationsprofil

Im Bachelorstudium wird das unter Basis- und Kernkompetenz verstandene Qualifikationsprofil erreicht. AbsolventInnen des Bachelorstudiums besitzen damit fortgeschrittenes Theorie- und Faktenwissen im Bereich der Wirtschaftsinformatik sowie jene kognitiven und praktischen Fertigkeiten, die zur Beherrschung ihres Faches, zur Innovation und zur Lösung komplexer Problemstellungen in ihrem Fachgebiet erforderlich sind.

Sie sind zur Leitung fachlicher oder beruflicher Projektarbeiten befähigt, sind in der Lage, Verantwortung für berufliche Entwicklungen von Einzelpersonen und Gruppen zu übernehmen, kennen den IT-Markt sowie seine Top-Produkte und seine typischen Dienstleistungen. Sie verfügen über die nötige Praxisorientierung für den Berufseinstieg und besitzen auch die erforderlichen Grundkenntnisse für eine ergänzende Wissenschaftsorientierung im Rahmen eines Masterstudiums.

Basiskompetenz

Basiskompetenz betrifft die grundlegenden vier Säulen Wirtschaftsinformatik im engeren Sinn, Informatik, Wirtschaftswissenschaften und ergänzende Grundlagen (Mathematik, Statistik, Formale Grundlagen, Recht, Sozialwissenschaften und Fachsprache).

-> Wirtschaftsinformatik im engeren Sinn
Die AbsolventInnen beherrschen die Fachsprache, besitzen einen Überblick über Aufgabenstellungen, Konzepte, Methoden und Werkzeuge der Wirtschaftsinformatik. Sie sind mit den Grundlagen der Datenmodellierung, der Prozess- und Kommunikationsmodellierung und der Algorithmik vertraut, verstehen die daten- und verhaltensorientierten Aspekte betrieblicher Informationssysteme, kennen die Instru­mente zur Konstruktion, Implementierung und zum Betrieb von Informationssystemen und IT-Infrastrukturen und können diese in abgegrenzten Problemstellungen anwenden.

-> Wirtschaftswissenschaften
Die AbsolventInnen wissen, was ein Unternehmen bzw. einen Betrieb in Wirtschaft und (öffentlicher) Verwaltung charakterisiert, sie kennen wichtige betriebliche Funktionen und Prozesse im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang, können diese beispielhaft gestalten und Konzepte dafür entwickeln, besitzen die Fähigkeit zur Kooperation mit Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen, sind mit elementaren Führungstechniken vertraut und haben einen Überblick über volkswirtschaftliche Grundlagen und Zusammenhänge und besitzen damit die Voraussetzungen, um weitere Spezialkompetenz aus Wirtschaftswissenschaften zu erwerben.

-> Informatik
Die AbsolventInnen kennen die grundlegenden Begriffe und Konzepte der Informatik, verstehen die Struktur und Funktionsweise von informationsverarbeitenden Systemen (Hard- und Software) und die Struktur und Arbeitsweise von Betriebssystemen, sie besitzen Grundkenntnisse auf dem Gebiet der Softwareentwicklung und können praktische Aufgaben im Bereich der Entwicklung von Softwaresystemen lösen.

-> Ergänzende Grundlagen
Die AbsolventInnen beherrschen fachspezifische Grundlagen der Mathematik und Statistik sowie relevante formale Grundlagen, sind mit mathematisch-logischer Denkweise vertraut und können diese bei der Lösung typischer Problemstellungen der Wirtschaftsinformatik einsetzen. Sie kennen die wichtigsten Rechtsnormen, haben einen Überblick über das Rechtsquellensystem, wissen, welche Rechtsnormen für das Handeln in der Wirtschaftsinformatik-Praxis von Bedeutung sind und können bei Bedarf fachliche Unterstützung durch JuristInnen anfordern. Die AbsolventInnen beherrschen die Fachsprache Englisch und sind in der Lage, Themen der Wirtschaftsinformatik in Wort und Schrift zu erörtern. Sie sind befähigt, soziale, (inter)kulturelle und geschlechterspezifische Anliegen, die in Zusammenhang mit IT stehen, auf individueller, betrieblicher und sozialer Ebene zu analysieren und haben einen Überblick über soziale Auswirkungen der IT.

Kernkompetenz

Entsprechend der Ausrichtung der Linzer Wirtschaftsinformatik verfügen AbsolventInnen über Kernkompetenz aus den Bereichen Information Engineering, Software Engineering, Data & Knowledge Engineering sowie Communications Engineering, in denen die  Kerndisziplinen Wirtschaftsinformatik im engeren Sinn, Betriebswirtschaftslehre bzw. Informatik inhaltlich integriert sind.

-> Information Engineering
Die AbsolventInnen besitzen die für die Planung, Gestaltung, Bewertung und Optimierung von Informationssystemen erforderlichen Kenntnisse, beherrschen Methoden, Konzepte und Modelle zur Gestaltung und zum Einsatz von Informationssystemen und sind in der Lage, ihre diesbezüglichen Kenntnisse zur Bewältigung von organisationsspezifischen Aufgabenstellungen einzusetzen.

-> Software Engineering
Die AbsolventInnen besitzen die für die Initiierung, Durchführung, Überwachung und Leitung von Softwareprojekten (Beschaffung, Herstellung und Wartung von Softwareprodukten) erforderlichen Kenntnisse, kennen konstruktive und analytische Maßnahmen des Qualitätsmanagements, Konzepte, Methoden und Techniken für die Spezifikation, den Entwurf, die Implementierung und den Test von Softwaresystemen, sind mit dem Stand der Technik im Software Engineering und der zugrunde liegenden Theorie vertraut und darauf vorbereitet, in Softwareentwicklungsteams in allen Rollen mitzuwirken.

-> Data & Knowledge Engineering
Die AbsolventInnen kennen Informations- und Kommunikationstechnologien und aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet von Datenbanksystemen, insbesondere auf dem Gebiet des Data & Web Engineering, sie kennen die Funktionalität von wissensbasierten Systemen, sind in der Lage, ihr fachspezifisches Wissen in Teamarbeit anzuwenden, um Datenbanksysteme zu entwerfen und zu implementieren sowie in Anwendungen einzubinden.

-> Communications Engineering
Die AbsolventInnen beherrschen Konzepte und Methoden zur Gestaltung verteilter, interaktiver IT-Systeme im organisationalen Kontext, können beim Entwurf von IT-Systemen zwischen organisatorischen, technischen und personalwirtschaftlichen Anforderungen unterscheiden sowie Verfahren und Methoden zur verteilten Informationsverarbeitung differenziert einsetzen und besitzen neben analytischen Fähigkeiten auch die Fertigkeit, integrativ zu arbeiten und zu reflektieren.

Die AbsolventInnen können Entwicklungen in der Wirtschaftsinformatik beobachten, einschätzen und neue Erkenntnisse bei ihrer Arbeit berücksichtigen.

Die AbsolventInnen besitzen damit die für den Berufseinstieg erforderliche Fachkompetenz, Methodenkompetenz, personale Kompetenz und soziale Kompetenz. Sie erkennen die Notwendigkeit des integrierten und sozio-technischen Ansatzes zur Lösung von Praxisproblemen, insbesondere die Integration von betriebswirtschaftlichen, technischen und sozialwissenschaftlichen Ansätzen unter Berücksichtigung wichtiger Rahmenbedingungen wie Rechtsnormen und Rechtsprechung.