Master WIN: Bildungsprinzipien

Wirtschaftsinformatik im Kontext von Wirtschaft und Gesellschaft

Wirtschaft und Technik sowie Gesellschaft und Kultur unterliegen einem steten Veränderungsprozess. Dies stellt für alle Wissenschaftsdisziplinen eine große Herausforderung dar. Die Wirtschaftsinformatik im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Technik hat als zentrale Aufgabe, diesen Veränderungsprozess mitzugestalten, voranzutreiben und verantwortungsbewusst zu steuern. Der spezifische Beitrag der Wirtschaftsinformatik besteht darin, Informations- und Kommunikationstechnologien in Wirtschaft und Verwaltung so einzusetzen und zu nutzen, dass zwar primär betriebswirtschaftliche Ziele verfolgt und erreicht, volkswirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Ziele dabei jedoch ausreichend berücksichtigt werden. Im Mittelpunkt stehen Mensch-Aufgaben-Techniksysteme und damit verbunden die Konzeption, Entwicklung, Einführung, Nutzung und Wartung von Informations- und Kommunikationssystemen sowie das Management des Produktionsfaktors Information in Wirtschaft und Verwaltung.

Die dazu erforderliche Fach- und Methodenkompetenz wird im Bachelorstudium als Basis- und Kernkompetenz vermittelt und kann in einem darauf aufbauenden Masterstudium, das auch AbsolventInnen eines Bakkalaureats aus Informatik, Wirtschaftsinformatik oder vergleichbarer Studien offen steht, durch den Erwerb von Spezialkompetenz vertieft und erweitert werden. Für eine erfolgreiche Berufslaufbahn sind Fach- und Methodenkompetenz (Wissensbreite, Wissenstiefe, instrumentale und systemische Kompetenz) für sich nicht ausreichend. Das Studium der Wirtschaftsinformatik sieht daher auch den Erwerb und die Weiterentwicklung von personaler und sozialer Kompetenz vor.

Wirtschaftsinformatik als Berufsvorbildung für Praxis und Wissenschaft

In Wirtschaft und Verwaltung hat sich Wirtschaftsinformatik als eigenständige Profession etabliert, die durch hohe Dynamik und kurze Technologiezyklen gekennzeichnet ist. Sowohl mit der Weiterentwicklung der IT als auch mit der zunehmenden Durchdringung von Wirtschaft und Verwaltung mit IT verändern sich bestehende und entwickeln sich neue Tätigkeitsfelder und Berufsbilder. Beispiele dafür sind:

  • Entwicklung von IT-Produkten und Erbringung von IT-Dienstleistungen
  • Marketing und Vertrieb von IT-Produkten und IT-Dienstleistungen
  • Management der IT-Entwicklung
  • IT-Consulting
  • Lehre / Training im IT-Bereich
  • IT-Revision und IT-Controlling
  • Forschung und Entwicklung im IT-Bereich

Das Masterstudium Wirtschaftsinformatik befähigt AbsolventInnen, nach mehrjähriger Berufspraxis, in der obersten Führungsebene von Organisationen als Chief Information Officer tätig zu sein, Unternehmen zu gründen und eigenverantwortlich unternehmerisch zu handeln. Die Bandbreite möglicher beruflicher Tätigkeitsfelder ist durch den interdisziplinären Charakter der Ausbildung besonders groß.

Besonderheiten des Masterstudiums Wirtschaftsinformatik an der Johannes Kepler Universität Linz sind:

  • Im Sinne einer interdisziplinären Ausbildung wird Qualifikation für Tätigkeiten im Management- und Ingenieurbereich vermittelt. Deshalb ist das Linzer Wirtschaftsinformatik-Studium interfakultär eingerichtet. Die Studierenden besuchen Lehrveranstaltungen sowohl an der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, an der sie graduieren, als auch an der technisch-naturwissenschaftlichen Fakultät.
  • Die angestrebte Spezialkompetenz und damit die Orientierung auf bestimmte Berufsbilder können die Studierenden entsprechend ihrer Absichten und Neigungen weitgehend selbst wählen; deshalb ist das Angebot zum Erwerb von Spezialkompetenz bewusst sehr breit gehalten.
  • Anstelle mehrerer spezifischer Masterprogramme werden zur Spezialisierung alternative Studienschwerpunkte angeboten, für die sich die Studierenden erst im Verlauf ihres Studiums entscheiden können.
  • Die Linzer Wirtschaftsinformatik ist in Lehre und Forschung durch die vier Kompetenzbereiche Information Engineering, Software Engineering, Data & Knowledge Engineering sowie Communications Engineering geprägt.
  • Lehrveranstaltungen, die sich dafür eignen, werden im Sinne einer virtuellen Universität auch netzbasiert angeboten. Dies zielt insbesondere darauf ab, bereits in der Praxis tätigen Studierenden die Absolvierung des Studiums zu erleichtern.